Davis Cup

Davis Cup: Rodionov besorgt 1:1 für KURIER Austria Davis Cup Team in Japan

Zuvor zog Sebastian Ofner im Auftaktmatch im Ariake Coliseum in Tokio den Kürzeren.
Verfasst von: Manuel Wachta, 06.02.2026
© ÖTV / Vanja Lazić
Große Freude bei Jurij Rodionov (links) und dem ÖTV-Team nach dem Punktgewinn zum Stand von 1:1 nach dem ersten Tag.

Die Davis-Cup-Partie in der ersten Qualifikationsrunde zum Finalturnier 2026 zwischen Japan und Österreich gestaltet sich als die erwartet komplett offene Angelegenheit. Im Ariake Coliseum von Tokio steht es nach dem ersten Tag 1:1. Nachdem Sebastian Ofner (ATP 135) am Freitag beim Auftaktmatch gegen Yosuke Watanuki (ATP 166) mit 3:6, 4:6 verlor, sorgte Jurij Rodionov für den Ausgleich fürs KURIER Austria Davis Cup Team. Der Niederösterreicher (ATP 170) rang im Anschluss die aktuelle Nummer eins der Gastgeber Shintaro Mochizuki (ATP 108) 6:4, 7:5 nieder. Nun könnte am Samstag (5:00 Uhr, ab 4:55 Uhr live auf ORF SPORT+) dem Doppel eine vielleicht vorentscheidende Rolle zukommen. Für dieses sind vorläufig Alexander Erler (ATP-Doppel 38) und Lucas Miedler (ATP-Doppel 23) gegen Watanuki (ATP-Doppel 892) und Takeru Yuzuki (ATP-Doppel 95) eingeteilt. Im dritten Einzelmatch wäre das Topduell zwischen Ofner und Mochizuki vorgesehen. In der womöglich alles entscheidenden Partie sind vorerst Rodionov und Watanuki aufgestellt.

Ofner findet nicht ins Spiel, Rodionov behält die Nerven

Ofner tat sich beim ersten Duell mit Watanuki, der 2023 bereits die Nummer 72 der Welt war, von Beginn an schwer. Der Steirer vermochte seine starken Trainingsleistungen an dem Tag nicht ins Match umzusetzen, beging zu viele unerzwungene Fehler, zu oft auch aus eigentlich guten Positionen. Zudem überzeugte Watanuki mit einer soliden Service- und noch besseren Returnleistung, die Ofner im Großteil seiner Aufschlagspiele kämpfen ließ. Das einzige Break im achten Game bedeutete in Satz eins die Vorentscheidung zu seinen Ungunsten. Im zweiten Durchgang konnte der 29-Jährige aus seiner frühen 2:0-Führung keinen Profit schlagen, den anschließenden 2:4-Rückstand nicht wettmachen. „Ich habe am Anfang ein bisschen Probleme gehabt, mit den Schlägen hineinzukommen. Übers gesamte Match war es danach relativ schwierig, weil ich das Gefühl gehabt habe, dass es ein bisserl taff ist, gegen ihn Rally zu spielen“, sagte Ofner. Durch seine eigenen Probleme sei es für seinen Gegner „auch ein bisschen angenehmer zu spielen“ gewesen.

Vor den Augen auch von ÖTV-Präsident Martin Ohneberg, der das KURIER Austria Davis Cup Team vor Ort unermüdlich unterstützte, lief es im zweiten Match aus rot-weiß-roter Sicht bedeutend besser. Rodionov startete stark, zog sein Spiel ganz konsequent durch, konnte sein frühes Break zum 2:1 zur Satzführung konservieren. Der zweite Durchgang gestaltete sich deutlich offener und dauerte allein gut 65 Minuten, Österreichs Nummer zwei konnte aber nach hartem Kampf eine 1:3- und 3:5-Hypothek aufholen und mit vier Spielgewinnen am Stück den wichtigen Sieg ins Trockene bringen. „Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, ein sehr, sehr gutes Spiel zu zeigen und für Österreich hier auf 1:1 zu stellen. Das macht unsere Ausgangsposition für morgen natürlich um einiges einfacher. Wir sind bereit und werden die restlichen zwei Punkte morgen holen“, gab sich Rodionov überzeugt. Der 26-Jährige hatte Österreich schon im Vorjahr den entscheidenden Punkt zur Finalturnier-Qualifikation beschert und entwickelt sich immer mehr zum Davis-Cup-Spezialisten: „Es scheint so, dass ich im Davis Cup immer sehr, sehr gut spiele. Ich habe auch schon einige Spiele hinter mich gebracht, und ich glaube einfach, dass ich mit der Erfahrung, die ich jetzt habe, dieses Format sehr genieße. Es ist eine große Ehre, jedes Mal für mein Land spielen zu dürfen, und natürlich bin ich auch dadurch extra motiviert.“

Melzer: „Für morgen wird es natürlich interessant“

ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer erlebte auf der Bank das erste Spiel als „echt taff. Ein bisschen unerwartet, weil Sebastian um einiges besser trainiert hat als er es heute auf den Platz gebracht hat und irgendwie von Anfang an nicht in die Partie gefunden hat, sehr viele Fehler gemacht.“ Das habe sein Gegner ausgenützt. „Bei Jurij hat man hingegen gesehen: Er lebt im Davis Cup auf, hat eine super Körpersprache auf dem Platz gehabt, hat dem von Anfang an gezeigt, dass er voll da ist. Auch wenn er jetzt vielleicht nicht seine beste Serviceleistung gebracht hat – aber für den Gegner hat er es wirklich super gelöst“, zeigte sich der Ex-Weltklassespieler zufrieden. „Für morgen wird es natürlich interessant. Unser Doppel (Erler/Miedler; Anmerkung) hat bis jetzt bei 1:1 noch nicht enttäuscht, aber es kann immer alles passieren. Wir hoffen natürlich, mit einem 2:1 in die letzten zwei Einzel zu gehen“, so Melzer, der in diesen Singles weder bei Österreich noch bei Japan Änderungen im Aufgebot ausschloss. Schließlich wissen etwa die Hausherren mit Kei Nishikori eine ehemalige Nummer vier der Welt in ihren Reihen – und das KURIER Austria Davis Cup Team mit Lukas Neumayer eine weitere Option für die Einzelmatches.

 

Davis Cup 2026, 1. Qualifikationsrunde in Tokio

Japan – Österreich 1:1

Freitag, 6:00 Uhr MEZ (live auf ORF 1)
Yosuke Watanuki – Sebastian Ofner 6:3, 6:4
Shintaro Mochizuki – Jurij Rodionov 4:6, 5:7

Samstag, 5:00 Uhr MEZ (ab 4:55 Uhr MEZ live auf ORF SPORT+)
Yosuke Watanuki / Takeru Yuzuki – Alexander Erler / Lucas Miedler
Shintaro Mochizuki – Sebastian Ofner
Yosuke Watanuki – Jurij Rodionov

| ÖTV / Vanja Lazić

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