ATP Turniere

Generali Open Kitzbühel: Vergebliche Aufholjagd von Rodionov

Der Niederösterreicher scheidet in Runde zwei nach starkem Fight im zweiten Satz dennoch aus.
Verfasst von: Presseaussendung / Redaktion, 22.07.2026
© GEPA pictures / Daniel Schönherr
Jurij Rodionov gelang der Viertelfinaleinzug beim ATP-250-Heimturnier trotz toller Moral nicht.

Jurij Rodionov begeisterte das Kitzbüheler Publikum auf dem nahezu ausverkauften Center Court mit großem Kampfgeist. Als letzter im Einzel-Hauptbewerb verbliebener Österreicher musste er sich aber der Nummer vier des Turniers geschlagen geben. Die heimischen Hoffnungen beim Generali Open Kitzbühel ruhen nun auf dem Doppelbewerb: Lukas Neumayer und Joel Schwärzler treffen am Donnerstag auf die topgesetzten Kevin Krawietz (Deutschland) und Pierre-Hugues Herbert (Frankreich). Lucas Miedler bekommt es gemeinsam mit seinem australischen Partner Marc Polmans mit Jean-Julien Rojer (Niederlande) und Theodore Winegar (USA) zu tun.

Jurij Rodionov (ATP 145), der letzte im Einzel verbliebene Lokalmatador, musste sich am Mittwoch im Achtelfinalmatch dem an Nummer vier gesetzten Argentinier Tomás Martín Etcheverry (ATP 31) mit 2:6, 6:7 (4) geschlagen geben. Der Niederösterreicher fand im ersten Satz nur schwer in die Partie und musste diesen deutlich abgeben. Und auch im zweiten Durchgang geriet der 27-Jährige rasch in Rückstand, kämpfte sich jedoch mit großer Unterstützung des Publikums von einem 1:4 mit Doppelbreak zurück und zwang Etcheverry noch ins Tiebreak. Dort behielt der argentinische Sandplatzspezialist nach zwei umstrittenen Entscheidungen zum Schluss schließlich mit 7:4 die Oberhand.

„Ich habe heute nicht nur für mich, sondern auch für die Zuschauer:innen gespielt. Ich wollte ihnen eine gute Partie bieten, weil die ersten beiden Matches relativ schnell vorbei waren. Es wäre bitter gewesen, wenn sie drei Partien innerhalb von drei Stunden gesehen hätten“, erklärte Rodionov. Die Stimmung auf dem Center Court habe ihm noch einmal zusätzliche Energie verliehen: „Es ist immer ein Privileg, hier spielen zu dürfen. Als ich die Breaks zurückgeholt, die Stimmung gespürt und Gänsehaut bekommen habe, wollte ich diesen Moment so sehr genießen wie nur möglich.“

Auch Etcheverry zeigte sich nach der umkämpften Begegnung erleichtert: „Es war ein hartes Match, vor allem gegen einen Österreicher hier zu spielen. Ich bin sehr froh, hier zu sein, und liebe es, in Kitzbühel zu spielen. Es ist einer meiner Lieblingsorte auf Sand.“ In einem südamerikanischen Duell fordert er jetzt den fünftgesetzten Hamburg-Sieger Ignacio Buse aus Peru (ATP 35).

Miedler und Polmans setzen Erfolgslauf fort

Für einen erfreulichen Tagesabschluss aus österreichischer Sicht sorgte Lucas Miedler. Mit seinem australischen Partner Marc Polmans setzte der Niederösterreicher seinen Erfolgslauf fort und zog durch ein 6:3, 7:6 (5) über die Tschechen Adam Pavlásek und Patrik Rikl ins Viertelfinale des Doppelbewerbs ein. Miedler und Polmans waren erst in der Vorwoche erstmals gemeinsam angetreten und hatten auf Anhieb den Titel in Gstaad gewonnen. Nun dürfen sie auch in Kitzbühel vom nächsten gemeinsamen Endspiel träumen.

Besonders freute sich Miedler über die Unterstützung auf dem Center Court: „Es ist immer unglaublich, hier zu spielen, und Kitzbühel ist natürlich einer meiner Lieblingsorte – vor allem vor so vielen Leuten. Es war eine schöne Überraschung, dass wir auf den Center Court verlegt wurden. Ich hoffe, dass wir es noch einmal hierher schaffen. Die Stimmung war wie immer unglaublich. Vielen Dank, dass ihr alle geblieben seid.“

Auch Polmans genießt die noch junge Zusammenarbeit mit seinem österreichischen Partner: „Ich spiele sehr gerne mit Lucas. Er ist ein großartiger Mensch – auf dem Platz und abseits des Platzes. Vielen Dank an alle, dass ihr noch hier geblieben seid. Die Atmosphäre war unglaublich. Für mich war es das erste Mal auf diesem wunderschönen Center Court.“

Navone lässt Struff keine Chance

Abseits der rot-weiß-roten Brille nahm Mariano Navone (ATP 47) den Schwung aus seinem Auftakterfolg mit und ließ dem sechstgesetzten Deutschen Jan-Lennard Struff (ATP 41) beim 6:0, 6:3 kaum eine Chance. Im ersten Satz gelang dem Argentinier nahezu alles, auch im zweiten Durchgang blieb er der klar bestimmende Spieler. Für den 25-Jährigen ist es die erste Viertelfinalteilnahme in der Gamsstadt. „Es ist ein ganz besonderer Moment für mich, dass ich mich hier in Kitzbühel erstmals ins Viertelfinale spielen konnte. Ich bin sehr glücklich, habe ein großartiges Match gespielt und mein Niveau war heute sehr hoch“, freute sich Navone.

Halys beendet Vacherots Debüt

Für die Nummer zwei des Turniers, Valentin Vacherot, verlief das Debüt beim Generali Open Kitzbühel nicht nach Wunsch. Der Monegasse (ATP 19) musste sich Quentin Halys (ATP 83) mit 3:6, 4:6 geschlagen geben. Halys bestätigte damit seine starke Form und zeigte eines seiner besten Matches der bisherigen Saison. „Ich denke, ich habe sehr gut gespielt. Es war eines der besten Matches, die ich in diesem Jahr gezeigt habe. Ich war vom ersten bis zum letzten Punkt fokussiert“, bilanzierte der Franzose, „und bin bereit für das morgige Spiel.“ Dort erwartet ihn Navone. Auch Vacherots Cousin hatte an diesem Tag das Nachsehen: Der drittgereihte Franzose Arthur Rinderknech (ATP 27) unterlag dem ehemaligen Kitz-Champion Sebastián Báez aus Argentinien (ATP 56) mit 6:7 (6), 6:2, 4:6.

Molcan setzt Erfolgslauf fort

Der letztwöchige Umag-Semifinalist Alex Molcan blieb beim ATP-250-Sandplatzevent in Tirol indes weiterhin in der Spur. Nach seinem Auftakterfolg gegen Österreichs Nummer eins Sebastian Ofner setzte sich der Slowake (ATP 81) auch gegen Daniel Altmaier (ATP 61) mit 6:3, 3:6, 7:5 durch und zog ebenfalls ins Viertelfinale ein. Damit ist Yannick Hanfmann der letzte verbliebene Deutsche im Hauptbewerb. Er trifft am Donnerstag auf Báez.

Bublik führt starkes Viertelfinalfeld an

Auch wenn im Einzel kein Österreicher mehr vertreten ist, dürfen sich die Fans auf einen hochklassigen Viertelfinaltag freuen. Angeführt wird das Feld von Titelverteidiger Alexander Bublik: Der topgesetzte Kasache (ATP 11) bekommt es nach einem 6:3,-7:5-Auftaktsieg über den Argentinier Facundo Diaz Acosta (ATP 108) mit Molcan zu tun. Es ist das vierte und letzte Match des Tages auf dem Center Court. ServusTV überträgt ab 11:00 Uhr live. Die Partien von Neumayer/Schwärzler (11:30 Uhr) und Miedler (nicht vor 17:00 Uhr) sind allerdings auf dem Grandstand eingeplant.

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