Moritz Freitag: Großer Bahnhof für den ÖTV-Nachwuchsspieler des Jahres 2025
Am 18./19. September hat das KURIER Austria Davis Cup Team mit einem 3:1-Heimsieg über Belgien den Sprung zu den Davis Cup by Generali Final 8 der acht besten Nationen der Welt in Bologna geschafft. Einem jungen Mann, der in einigen Jahren womöglich auf ähnlichen Tennisbühnen anzutreffen sein könnte, ist hierbei eine schöne Auszeichnung zuteilgeworden. Moritz Freitag ist im Zuge des Länderkampfs beim Wiener Athletiksport Club (WAC) auf dem Centercourt durch ÖTV-Präsident Richard Grasl, ÖTV-Vizepräsident Andreas Pilsl und STTV-Präsidentin Barbara Muhr als ÖTV-Nachwuchsspieler des Jahres 2025 geehrt worden. Während der Steirer zum ersten Mal den hierfür vergebenen Pokal erhielt, wurde Lilli Tagger schon das zweite Mal nach 2020 zur ÖTV-Nachwuchsspielerin des Jahres gewählt. Die Raiffeisen Fonds Trainerin des Jahres ist Daniela Gschaider. Die Entscheidungen wurden von einer Jury, die aus allen ÖTV-Trainern besteht, gefällt.
Freitag mit verdientem Lohn für Wimbledon-Coup
Freitag hatte sich im Vorjahr in der europäischen Spitze seiner Altersklasse festgesetzt. Davon zeugten insbesondere sein Triumph im seit 2022 ausgetragenen U14-Bewerb auf dem „Heiligen Rasen“ von Wimbledon sowie die Bronzemedaillen im Einzel und im Doppel bei der U14-EM in Most, aber auch erste Erfolgserlebnisse gegen größtenteils viel ältere Konkurrenz auf ITF-Ebene. Bei seinem vierten internationalen U18-Turnierstart erreichte er mit erst 14 Jahren beim ITF-J60-Event in Phoenix (Mauritius) im September 2025 das erste Finale. Mittlerweile hält der 15-Jährige bei drei ITF-J30-Pokalen und konnte sich im Sommer 2026 unter die Top 500 der Jugendweltrangliste arbeiten. Dabei ist er noch bis inklusive 2029 bei den Unter-18-Jährigen spielberechtigt. „Moritz hat 2025 wirklich herausragende Leistungen gezeigt. Und das nicht nur mit seinem Wimbledon-U14-Sieg“, befand ÖTV-Sportkoordinatorin, -Billie-Jean-King-Cup-Kapitänin und -Jugendreferentin Marion Maruska. „Er hat sich diese Auszeichnung damit redlich verdient. Er ist eindeutig der beste Spieler seines Jahrgangs.“ Nachdem es bei den Erste Bank Open 2025 in Wien terminlich zunächst nicht geklappt hatte, wollte der Österreichische Tennisverband der Ehrung Freitags einen würdigen Rahmen verleihen, der mit dem zahlreich versammelten Publikum am ersten Spieltag des Davis Cups gefunden wurde.
Mit Paris-Sieg Geschichte geschrieben: Taggers steiler Aufstieg
Einen noch geschichtsträchtigeren rot-weiß-roten Meilenstein als Freitag verzeichnete vergangenes Jahr Tagger. Die Osttirolerin eroberte sensationell den ersten Grand-Slam-Pokal einer Österreicherin überhaupt – im Juniorinnenbewerb der French Open in Paris. Davor hatte sie auch schon die ITF-Jugendturniere in Plovdiv (J300) und Valencia (J200) für sich entschieden und sich mit ihrem Coup bei Roland-Garros und Viertelfinals bei den Australian Open und in Wimbledon schließlich bis auf Platz drei der Jugendweltrangliste gespielt. Taggers rasanter Aufstieg machte auch vor der Damentour nicht Halt: Mit drei ITF-Titelgewinnen (W75-Events in Bukarest und Kursumlijska Banja bzw. W35-Turnier in Terrassa) und Anfang November 2025 mit ihrem ersten WTA-250-Finaleinzug in Jiujiang glückte ihr im WTA-Ranking ein riesiger Sprung von Platz 977 auf 153. „Lilli ist zwar als ÖTV-Nachwuchsspielerin des Jahres 2025 noch für ihre Erfolge als Jugendliche geehrt worden. Es ist aber natürlich sehr erfreulich, dass sie sich auch bei den Damen schon so weit nach vorne katapultiert hat und mittlerweile zwischenzeitlich bis unter die Top 50 vorgedrungen ist“, so Maruska. „Ihr French-Open-Sieg ragt im Vorjahr natürlich deutlich heraus, das ist ein historischer Erfolg. Aber auch ansonsten hat sie zwei Jugend-Grand-Slam-Viertelfinals erreicht und größere Turniere für sich entscheiden können. Sie ist bei weitem die beste Österreicherin ihres Jahrgangs und eine riesengroße Hoffnung für die Zukunft.“ Die Auszeichnung wird Tagger bei der nächsten passenden Gelegenheit und in geeignetem Rahmen übergeben.
Gschaider als treibende Kraft hinter Österreichs Kidstennis-Konzept
Zweifellos in die Kategorie „hochverdient“ ist auch die Ehrung Gschaiders als Raiffeisen Fonds Trainerin des Jahres 2025 einzuordnen, deren jahrzehntelanges Engagement für den Tennissport damit honoriert wurde. Die 44-Jährige hatte bereits im Jahre 2007 als NÖTV-Development-Coach das Kidstennis in Österreich miteingeführt und war auch eine treibende Kraft hinter der bundesweiten Ausrollung des Konzepts ab 2008. „Daniela war maßgeblich daran beteiligt, dass das Kidstennis im Land vor rund 20 Jahren eingeführt und verbreitet wurde. Michael Ebert war damals ja federführend und hat die Red, Orange und Green Courts initiiert – mit für Kinder angepassten Spielfeldern, Bällen und Rackets. Wir waren in Österreich weltweit unter den ersten Ländern dabei, die das ITF Tennis10s-Programm so frühzeitig umgesetzt haben“, erinnerte sich Maruska zurück. „Daniela hat dieses Thema von Anfang an gepusht – was gar nicht so einfach war, weil man damals viel Überzeugungsarbeit leisten musste, dass die Kids nicht gleich mit dem gelben Ball spielen sollten. Sie war an vorderster Front dabei.“ Gschaider gründete auch ihre eigene Tennisschule und ist heute nicht nur eine erfolgreiche Trainerin, sondern zudem Obfrau des TC Union Bad Erlach. Ihre Auszeichnung war im Juli 2026 beim WTA-125-Challenger Generali Open Ladies Kitzbühel durch Maruska vorgenommen worden.