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US Open: Thiem muss erkrankt aufgeben, Tiafoe für gehandicapten Ofner zu stark

Nach erfreulichen Auftaktsiegen kommt für die ÖTV-Asse in New York in der zweiten Runde das Aus.
Verfasst von: Manuel Wachta, 31.08.2023
© GEPA pictures / Hans Oberländer
Dominic Thiem

Auf zwei der drei größten Plätze der Anlage durften Sebastian Ofner und Dominic Thiem bei den US Open in New York am Mittwoch (Ortszeit) antreten – für sich ein Highlight für die beiden ÖTV-Spitzenspieler. Doch in sportlicher Hinsicht ist der dritte Hauptbewerbs-Spieltag des letzten Grand-Slam-Turniers dieser Saison aus österreichischer Sichtweise alles andere denn erfreulich verlaufen. Denn sowohl der Niederösterreicher als auch der Steirer sind in Flushing Meadows in Runde zwei des Einzelbewerbs ausgeschieden – wie auch alle ÖTV-Doppelspieler, die im Erstrundeneinsatz standen (Sam Weissborn, Philipp Oswald und das Davis-Cup-Doppel Alexander Erler und Lucas Miedler). Während die 3:6,-1:6-4:6-Niederlage Ofners (ATP 58) gegen den auf zehn gesetzten US-Publikumsliebling Francis Tiafoe (ATP 10) nicht überraschend kam, musste Thiem (ATP 81) gegen den US-Jungstar Ben Shelton (ATP 47) gar beim Spielstand von 6:7 (1) und 0:1 im zweiten Satz mit Magen-Darm-Beschwerden aufgeben. Somit ist Ofner im Doppel der letzte rot-weiß-rote Vertreter in den Erwachsenenbewerben. ÖTV-Vertragsspieler Joel Schwärzler wird zudem frühestens am Sonntag bei den Junioren im Hauptbewerb aufschlagen. Bei den Rollstuhltennis-Assen wird Österreich ab nächster Woche Donnerstag durch das große Nachwuchstalent Maximilian Taucher vertreten sein.

Bauchkrämpfe zwingen Thiem zur Aufgabe

Thiem machte im Einzel am Mittwoch aus heimischer Sicht den Start. Nach dem höchst erfreulichen Auftritt am Montag, als der 29-Jährige mit dem Kasachen Alexander Bublik die Nummer 25 der Setzliste und die derzeitige Nummer 27 der Welt überraschend klar mit 6:3, 6:2, 6:4 eliminiert und seinen ersten Grand-Slam-Matchsieg seit den Australian Open 2021 gefeiert hatte, befand sich der Schützling von Benjamin Ebrahimzadeh auch mit Shelton zunächst mehr als nur auf Augenhöhe. Dem Lichtenwörther glückte gar mit der ersten Chance gleich das erste Break zum 4:2, das er jedoch sofort wieder abgeben musste. Nach drei abgewehrten Breakbällen bei 4:4 fand Thiem beim Spielstand von 5:4 dann sogar einen Satzball vor, den Shelton aber abwehren sollte. Im Tiebreak vermochte Thiem nicht mehr zuzulegen. Warum wurde kurz darauf offensichtlich: Er verschwand in der Satzpause zu einer WC-Pause – und kehrte sichtlich gezeichnet ins Louis Armstrong Stadium zurück. Nach einem weiteren gespielten Game und kurzer Beratschlagung mit Turnierärztin und Physiotherapeut der US Open gab der Sieger von 2020 ausgerechnet an der Stätte seines bisher größten Karriereerfolgs auf.

Thiem hatte dabei so einige Mühe, sich nicht direkt auf dem Platz übergeben zu müssen. Die Vermutung lag nahe, dass die gastritisartige Erkrankung, wegen der er schon seinen Antritt beim US-Open-Vorbereitungsturnier in Winston-Salem kurzfristig absagen hatte müssen, mitspielte. Doch sein Bruder und Manager Moritz Thiem stellte dazu gegenüber den heimischen Medien klar: „Wir wissen leider selbst noch nicht genau, was es ist. Es geht ein Magenvirus hier auf der Anlage um“, mehrere Spieler wie Christopher Eubanks hatten ebenfalls Probleme. Jene von Thiem fingen schon vor dem ersten Ballwechsel an: „Dominic hatte sich vor dem Match heute übergeben müssen und hat dann Mitte erster Satz Bauchkrämpfe bekommen, die dann so stark geworden sind, dass es einfach nicht mehr weiterging.“ Als Diagnose seiner jüngsten Beschwerden sei Reflux bzw. Gastritis in den USA festgestellt und auch entsprechend so behandelt worden: „Jedoch werden wir jetzt in Österreich einen Ganzkörper-Check machen, wo wir hoffentlich ein Ergebnis bekommen und wissen, was zu tun ist.“

Ofner hält sich trotz Schulterproblemen tapfer

Ofner wurde gegen Tiafoe die Ehre zuteil, die Nightsession im Arthur Ashe Stadium, dem mit einem Fassungsvermögen von 23.000 Zuschauer:innen größten Tennisstadion in der Welt, zu eröffnen. „Das Gefühl war richtig cool. Als ich hineingegangen bin, war es schon richtig fein zu sehen, dass da wirklich viele Leute zuschauen“, bemerkte der St. Mareiner später gegenüber den Medien. Ärgerlich nur, dass er in den Genuss dieses Erlebnisses in gehandicapter Verfassung kam – mit einem Problem an der rechten Schulter: „Ich habe es schon nach dem ersten Match gemerkt. Da war es am Abend richtig schlimm und am Tag danach auch.“ Nach dem Viersatz-Sieg vom Montag in einem möglichen Davis-Cup-Test gegen Portugals derzeitige Nummer eins Nuno Borges (ATP 79) sei Ofner „zweimal aufgewacht, weil ich das Gefühl gehabt habe, dass meine Finger dreimal so groß sind.“ Er griff vor dem Duell mit Tiafoe daher auf Schmerzmittel zurück: „Es war natürlich ein bisschen irritierend, aber mit dem muss man als Sportler leben.“

Ofner ließ sich sein Handicap zunächst nicht stark anmerken, doch der einzige Breakball im ersten Satz entschied im vierten Game im Endeffekt gegen ihn. Im zweiten Abschnitt war für ihn nicht viel zu holen, er musste seinen Aufschlag zum 1:2, 1:4 und 1:6 dreimal abgeben – zweimal zu null, einmal dazwischen trotz 40:15-Führung. Der Schützling von Wolfgang Thiem ließ sich bei 0:2 in Sätzen dann auch auf dem Platz an seiner Schulter behandeln. Eine Steigerung gelang ihm daraufhin im dritten Durchgang, doch nachdem eine Breakmöglichkeit gleich zu Beginn ungenützt blieb, musste er spät, erst im zehnten und letzten Game, schließlich die Entscheidung zu seinen Ungunsten hinnehmen. Ofner bekannte anschließend, dass ihm auf Hardcourt – speziell bei den Bedingungen in den USA – noch ein bisschen etwas fehle, auch die geringe Spielpraxis der letzten Jahre auf diesem Belag mache sich dabei bemerkbar. Dennoch ließen sich auch positive Eindrücke von seinem Hauptbewerbsdebüt bei den US Open mitnehmen, samt eines ersten Sieges. Er zeigte sich guter Dinge, für den Davis Cup gegen Portugal am 15./16. September im Multiversum Schwechat bereit zu sein und plane weiterhin einen Antritt für Österreich.

Unglückliche Niederlagen für Oswald und Erler/Miedler

Im Doppel sollte der Spieltag nicht besser verlaufen. Den Anfang machte hier Weissborn, mit seinem zweiten Auftritt bei den US Open nach dem Jahr 2016, als er immerhin in die zweite Runde gekommen war. Dies sollte ihm diesmal jedoch nicht gelingen: Mit seinem monegassischen Stammpartner Romain Arneodo zog der Wiener gegen den Kolumbianer Nicolas Barrientos und den Schweden André Göransson mit 6:7 (5), 4:6 den Kürzeren. Im ersten Satz gab es keine Breakbälle, das Tiebreak entschied gegen Arneodo/Weissborn. Im zweiten Durchgang konnten die beiden einen Serviceverlust am Anfang postwendend wettmachen – doch ein weiterer im neunten Game bedeutete in weiterer Folge das Aus. Unglücklich lief es für Oswald mit Botic van de Zandschulp: Der routinierte Vorarlberger musste sich mit dem Niederländer dem Team Ariel Behar (Uruguay) und Adam Pavlásek (Tschechien) nach über zweieinhalbstündigem Kampf mit 3:6, 7:6 (5), 6:7 (8:10 im Match Tiebreak) geschlagen geben. Die beiden holten im alles entscheidenden Match Tiebreak mehrfach Minibreak-Rückstände (0:2, 1:3, 2:5 mit zwei Minibreaks, 4:6, 7:8) bis zum 8:8 auf, die letzten zwei Punkte gingen allerdings an die Kontrahenten. Für Erler/Miedler lief es keineswegs glücklicher: Bei ihrem gemeinsamen US-Open-Debüt lagen der Tiroler und der Niederösterreicher im dritten Satz bereits mit 4:2 und 40:15 samt drittem Gameball zum 5:2 voran, unterlagen den Japanern Ben McLachlan und Yoshihito Nishioka letztlich aber mit 7:6 (5), 4:6, 4:6. Ofner spielt im Doppelbewerb am Donnerstag, er trifft mit dem Franzosen Alexandre Müller auf die US-Wildcard-Spieler Vasil Kirkov und Denis Kudla.

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